Kinderkardiologie Dr. Christian Beyer Hamburg Wandsbek

Das Langzeit-EKG

Das erste Langzeit-EKG wurde von dem Ingenieur Norman J. Holter Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt. Hatten die ersten Geräte noch eine Größe von einem sehr großen Rucksack, so sind die heutigen Recorder sehr klein geworden und wiegen etwas über 100 g.

Das Langzeit-EKG ist eine Methode zur Erfassung von Auffälligkeiten im EKG unter Alltagsbedingungen. Es können Störungen der Erregungsbildung, der Erregungsausbreitung und der Repolarisation, sowie die Funktion des Sinusknotens beurteilt werden. So werden die Formen und die Häufigkeit von Extraschlägen (Extrasystole) genau erfasst und auch die Herzfrequenzvariabilität kann dargestellt werden.

Wir benutzen sehr kleine voll digitale Recorder der Firma custo, die von den Kindern und Jugendlichen in einer Bauchtasche oder einen Rucksack (bei kleinen Kindern) getragen werden können. Die Untersuchungsdauer beträgt mindestens 18 h und es werden 2-3 EKG-Kanäle simultan aufgezeichnet. Bei subjektiven Beschwerden kann der Patient eine Taste (Marker) betätigen, so dass später in diesem Bereich genau nachgeschaut werden kann, ob es zu einer Arrhythmie gekommen ist. Es sollte möglichst ein normaler Tagesablauf eingehalten werden mit einer Nachtruhe ab ca. 10:00 Uhr bis ca. 6:00 Uhr. Wichtig ist das Protokoll, bei dem der Tagesablauf stichwortartig aufgezeichnet wird.

Subjektive Beschwerden sollten besonders gekennzeichnet werden. Es ist hilfreich, wenn die Herzfrequenz durch eine sportliche Aktivität wie Treppensteigen oder Fahrradfahren gesteigert wird. Kontaktsportarten oder Mannschaftssport mit der Gefahr der Beschädigung des Recorders müssen vermieden werden.

Nach Ablauf der Untersuchungsdauer kann der Recorder zuhause ausgestellt werden und die Elektroden-Knöpfe können vorsichtig vom Patienten entfernt werden. Der Recorder und das Elektrodenkabel (bitte nicht knicken) werden dann unabhängig vom Patienten in die Praxis zurückgebracht. Die Aufzeichnung wird dann von mir ausgewertet und ein Bericht an den überweisenden Arzt geschickt.

Indikationen zur Langzeit-EKG Untersuchung sind Herzrhythmusstörungen wie z.B. supraventrikuläre oder ventrikuläre Extrasystolen, supraventrikuläre oder ventrikuläre Tachykardien und die Abklärung von Schwindelattacken, Synkopen oder Brustschmerzen. Nach Operationen von komplexen Herzfehlern, bei einer Cardiomyopathie und nach einer Medikation ist eine regelmäßige Überwachung des Herzrhythmus durch ein Langzeit-EKG erforderlich.